Schlagwörter

, ,

EinfachIch367

Strandpromenade Toscolano-Maderno

Den Gardasee – wer kennt ihn nicht, den größten See Italiens. Drei Provinzen teilen sich diesen herrlichen Fleck. Der Norden gehört zu Trentino-Südtirol (Trentino), der Westen zur Lombardei (Brescia), der Osten zu Venetien (Verona).

Viele waren schon da, alle anderen möchten da noch hin. So lässt es sich wohl treffend beschreiben, wenn im heimischen Gefilde die Rede vom Lago di Garda ist.

Die wohl bekanntesten Orte sind Bardolino und Malcesine auf der Ostseite, Limone auf der Westseite und mit Abstrichen Salò, mit der wohl längsten Promenade des Gardasees (und dem wohl besten Eis). Aber Toscolano-Maderno?   

Auf den ersten Blick ein Ort, wo man mal durchfährt, aber der nicht großartig in Erinnerung bleibt. Er liegt auf der Ostseite, ca. 8km vor Salò, aus Richtung Limone kommend. Die Hauptstraße führt direkt am Wasser vorbei und man hat einen schönen Ausblick auf die Boote, die dort liegen.

Die Konzentration liegt beim Autofahren allerdings in erster Linie auf den nicht unerheblichen Durchgangsverkehr, der selbst in der Vorsaison dort herrscht. Es sei angemerkt, dass man im Ortskern davon allerdings nichts merkt.

So haben wir zunächst die Lokalitäten direkt an der Straße liegend gemieden. Sind nach dem Aufstehen ins Auto gestiegen und haben den See erkundet und die günstige Lage genutzt. Von Toscolano aus besteht nämlich eine Fährverbindung zur Ostseite nach Torri del Benaco. Und aufgrund dessen hatten wir uns im letzten Jahr für diesen Standort entschieden.

Viel Zeit für Toscolano-Maderno blieb da nicht. Das haben wir in diesem Jahr nachgeholt. Und ich muss sagen, der Ort ist eine genauere Betrachtung wert.

Abseits der Hauptstraße führt eine herrliche Promenade am Wasser entlang. Wenn man erst einmal die Fähre passiert und das kostenpflichtige Freizeitbad hinter sich gelassen hat, kommt man an einem gut gepflegten Strand vorbei, wo sich durchaus das Schwimmen lohnt. Der gardaseetypische Kiesstrand direkt am Wasser, viele bequeme Bänke entlang der Promenade, Liegewiese auf der anderen Seite des Weges – für jeden etwas dabei. Die netten Strandbars sorgen für die nötige Verpflegung, die Preise sind moderat.

Wer etwas Bewegung braucht, kann am Wasser weiter entlang laufen und die herrlichen Eindrücke auf sich wirken lassen.

Wer sich im Urlaub schonen möchte und sich lieber fahren lässt, der kann den kleinen „ICE“ nutzen. Die Route führt zum höher gelegenen Tal der Papiermühlen. Da die Produktion bereits in der 50er Jahren eingestellt wurde, wurde hier ein Museum errichtet. Ob ein Besuch lohnt, werden wir im nächsten Jahr testen.

EinfachIch367

ICE von Maderno

Da Toscolano-Maderno auf der bergigen Westseite liegt, gibt es auch genügend Anstiege für sportliche Touristen. Einfach den Wegweisern „Monte di Maderno“ folgen.

EinfachIch367

Der Weg nach oben

Und wer gerne Passstraßen fährt, dem seien Ausflüge zum Lago d´Idro oder Tremosine empfohlen.

Die kulinarische Versorgung lässt keine Wünsche offen. Das es in Italien Nudeln und Pizza gibt, ist wahrlich kein Geheimnis. Nichtsdestotrotz ist es nicht gesagt, dass jedes italienische Restaurant auch positiv in Erinnerung bleibt. So sei erwähnt, dass es für jeden Wunsch eine entsprechende Lokalität gibt. Pizza mit sehr dünnem Teig? Kein Problem. Nudeln, die auch am nächsten Tag noch positiv im Gedächtnis bleiben? Kein Problem. Frischen Fisch vom Gardasee mit weiteren Spezialitäten aus der Region, eine Speisekarte, die die überaus nette und aufmerksame Bedienung aus einer Mischung aus deutsch, italiensich und englisch erklärt? Kein Problem. Hervorragende Fleischgerichte vom Grill? Kein Problem. Supertolle Burger? Kein Problem. Preiswertes Essen in allen Restaurants? Kein Problem.

Wer jetzt denkt, das alles sei doch eine Selbstverständlichkeit, der kann gerne mal Restaurants in Saló oder anderen Touristenhochburgen probieren. Der Ausblick mag mitunter genial sein, aber spätestens bei der Rechnung weiß man, dass man diesen auch bezahlt hat.

Ich will nicht sagen, dass Toscolano-Maderno ein Muss ist. Allerdings sollte man diesen Ort ernsthaft in Betracht ziehen, wenn man seinen Standort für den Urlaub wählt.

Wir begannen den Tag oft in einem der herrlichen Bistros bei frisch gepressten Saft und leckerem Bruscetta. Und Abends den Tag an der doch so viel befahrenen Hauptstraße ausklingen zu lassen, oder in einer kleineren Lokalität direkt am Wasser, hatte wirklich urlaubsflair. Dazu beigetragen haben auch die vielen Italiener um uns herum. Touristen gibt es natürlich auch, aber nicht in dem Maße wie in Bardolino oder Malcesine, wo man meint, die Amtssprache sei deutsch.

Italien erleben, am Gardasee? Wer das will, der sollte Toscolano-Maderno in die nähere Auswahl ziehen. Wer aber Touristenhochburgen mag mit Hotelanlagen, der fühlt sich woanders besser aufgehoben.

Wer sich überhaupt einen Überblick über den Lago di Garda verschaffen möchte, dem sei diese Seite empfohlen. Der ein oder andere wird Urlaubsorte wiedererkennen, manch anderer vielleicht Lust auf einen Urlaub am Gardasee bekommen.

Advertisements