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Am 02.04.2016 fand zum 19. Mal die Lange Nacht der Museen in Stuttgart statt.Über 25.000 Besucher waren auf den Beinen, um zwischen 19.00 und 2.00 Uhr Museen, Ausstellungen und Galerien zu besuchen.

Das Ticket (18,- Euro) beinhaltet alle Fahrten mit den Shuttle Bussen sowie dem Öffentlichen Nahverkehr und berechtigt zum Eintritt bei allen teilnehmenden Lokalitäten. Neben den üblichen Einrichtungen, die man eh das ganze Jahr über besuchen kann, gibt es auch so manche Besonderheiten, die eben nur an diesem Event besuchbar sind:   

  • einen Blick in den Bunker beim Rathaus werfen
  • eine Hafenrundfahrt unternehmen mit Blick auf Videoinstallationen auf der Wasserwand im Hafenbecken
  • Kunst im Rohbau in der Tübinger Straße bewundern
  • das Wasserkraftwerk am Leuzebad erkundschaften
  • eine Fahrt mit einer historischen Straßenbahn unternehmen

Mittels Programmheft, das man beim Ticketkauf erhält, lässt sich eine individuelle Tour nach den persönlichen Vorlieben gut planen. Oder man plant die persönliche Route online auf der zugehörigen Website www.lange-nacht.de, druckt sie anschließend aus oder teilt sie mit Freunden.

Empfehlenswert ist es aber, sich an den vorgeschlagenen Routen zu orientieren. Die einzelnen Stationen werden im regelmäßigen Turnus von Shuttle-Bussen angefahren. So lässt sich abwägen, ob man die nächste Station schneller zu Fuß oder per Bus erreicht. Auf dem Übersichtsplan sind Schnittpunkte zu anderen Touren vermerkt, sodass ein Wechsel in eine andere Route problemlos möglich ist. Ansonsten kann ja immer noch die U-Bahn benutzt werden.

Folgende Routen standen zur Verfügung:

  • Karls- / Schlossplatz
  • Tour Hafen
  • Tour Wein
  • Tour Neckar
  • Tour West
  • Tour Nord
  • Tour U6
  • Tour U14

Bei der Planung muss zunächst überlegt werden, ob und wieviele „Highlights“ man besuchen will. Zum einen liegen diese nicht immer in der Nähe, zum anderen ist mit langen Wartezeiten zu rechnen.

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Warteschlange vor dem Bunker

Glücklicherweise gibt es schon entsprechende Hinweise im Programmheft. Als Kompromiss könnte man sich einen dieser stark frequentierten Punkte aussuchen, sich rechtzeitig auf den Weg machen und versuchen, direkt bei Beginn um 19 Uhr reinzukommen. Das bedeutet jedoch, 60-90min vorher da zu sein.

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Warteschlange vor dem Bunker

Eine andere Stategie ist, genau diese Knotenpunkte zu meiden und sich eher auf die kleinen Aussteller zu konzentrieren, die oftmals in der Garage oder im Keller ihre Kunst präsentieren. Vielleicht weniger spektakulär, dafür um ein vielfaches entspannter. Und wenn man die Augen aufhält, lässt sich auf den Wegen zwischen den angepeilten Punkten noch so manch kleine Ausstellung entdecken, bei der man gerne mal für ein paar Minuten einkehrt.

In diesem Jahr hatte ich mich für die entpannte Strategie entschieden und war vorwiegend im Westen unterwegs.

Gestartet bin ich ich in der Weberstr. 11 „Mertz & Stripes“. Der Künstler Oliver Mertz stellte seine Exponate in der Garage aus. Zu sehen waren Fotografien in einer besonderen Technik. Eine Aufnahme wird in Bezug zu einer zweiten Aufnahme grafisch in Streifen kombiniert. Eine sehr interessante Technik mit tollen Ergebnissen. Eine eigene Website soll folgen.

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„Galeria Camera Obscura“ – klingt schon interessant, war es auch. In der Gutbrodstr. 42 waren Fotoarbeiten zu sehen, die mit einer Technik erstellt wurden, wie sie zu Beginn der Fotografie üblich waren. Ein Blick auf http://zajfert.de/ ist lohnenswert. Hier gibt es auch ein tolles Mitmach-Projekt: http://www.zajfert.de/der_7_tag/archiv/

 


Lichtskulpturen aus Papier gab es im Atelier 89 in der Seyfferstr. 89 bei Simone Leister zu bewundern. Durch aufeinander geschichtete Papierlagen entstehen tolle Objekte, die nicht nur ausgestellt werden, sondern auch käuflich zu erwerben sind. Oder man bucht gleich einen Workshop, um die Kunst selber zu erlernen. Einfach mal einen Blick in ihren Blog werfen.


 

Bei „Kunst im Rohbau“ in der Tübinger Str. 65 waren in einem tollen Ambiente Exponate der regionalen Künstler Nicolai Rapp, Lilia Fuchs und Romulo Feleciano Kuranyi zu sehen.

Die Phantasiegemälde in Acryl-Lasuren Technik (Fuchs), Fotografien aus Entwicklungs- und Schwellenländer (Rapp) sowie die Tuschezeichnungen (Kuranyi) konnten allesamt begeistern. Kein Wunder, dass einige der ausgestellten Exponate schnell Käufer gefunden haben.

 


Eisenbahnfreunde kamen in der Unterführung Kronen- / Lautenschlagerstr. auf ihre kosten.

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Ausgestellt wurde von der Stiftung Bahn-Sozialwerk Modellbahngruppe Stuttgart die „Modellbahn ’65“, Spur H0.

EinfachIch367Wer Lust zur Mitarbeit hat, darf sich gerne unter www.modellbahn65.de/ informieren.

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Den Abschluss der Tour bildete die Galerie Pixxl in der Brennerstr. 21. Auf der interessanten Website http://galeriepixxl.com/eine-seite/  ist folgende Beschreibung zu finden:

“Was auf den Bildern zu sehen ist, interessiert nicht wirklich, umso mehr, was diese in Kopf und Herz der Betrachter auslösen.”

Wer die laufende Ausstellung „Gefällt mir“ besucht, kann sich selbst einen Eindruck der tollen Fotografien verschaffen. Kleine Mitbringsel in Form von Postkarten, Grusskarten, Lesezeichen etc. können für kleines Geld erworben werden.

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Dieses Jahr standen für mich nicht die großen, stark frequentierten „Highlights“ auf dem Programm, sondern vielmehr die kleinen Perlen der Kunstszenerie. Keine Wartezeiten, dafür so manchen Meter zu Fuß oder mit der U-Bahn zurücklegen. Auch wenn man nicht unbedingt die Zeit und die Muße hat, bei einem solchen Anlass die Ausstellungen ausführlich zu genießen, so hat man doch die Gelegenheit, bei vielen Ausstellern reinzuschnuppern und die oft musikalisch hinterlegte Atmosphäre zu genießen.

Die nächste Stuttgarter Lange Nacht der Museen findet voraussichtlich am 25.03.2017 statt. Am besten schon mal vormerken und ab Februar einen Blick auf www.lange-nacht.de/ werfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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